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09. September 2010  
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Die katholische Bibel im Unterschied zu anderen Bibeln     zurück

Frage: Warum unterscheidet sich die katholische Bibel von anderen Bibeln?

Antwort: Wenn Katholiken und Protestanten von „der Bibel“ sprechen, verstehen sie unter diesem Begriff zwei verschiedene Bücher. Zur Zeit der Reformation, d.h. im 16. Jahrhundert, sonderten die Protestanten aus dem Kanon der Heiligen Schrift mehrere Bücher, die nicht zu ihrer Theologie passten, aus. Diese Bücher, die für die Protestanten nicht „inspiriert“ sind, bezeichnen sie als „Apokryphen“. In Absetzung von den Protestanten bestätigte die katholische Kirche auf dem Konzil von Trient (1545-1563) den bisher gültigen Kanon der Bibel, in dem alle Bücher von Gott inspiriert sind. Die Bücher, die die Protestanten als „Apokryphen“ bezeichnen, nennen die Katholiken auch „deuterokanonische Schriften“.

Die Entstehung des Kanons, d.h. der Sammlung, der biblischen Schriften stellt einen komplexen Prozess dar. Bereits in Bezug auf das Alte Testament sind verschiedene Kanones im Umlauf. Die größere Gruppe der Juden verwendet den sogenannten „Hebräischen Kanon“, der auf der Synode von Jamnia 90 n. Chr. verbindlich festgelegt wurde. Eine kleinere Gruppe von Juden verwendet den sogenannten „Septuaginta-Kanon“, der in der altgriechischen Sprache verfasst und umfangreicher als der „Hebräische Kanon“ ist. Dieser Kanon wird bis zum heutigen Tag von den Christen verwendet.

Die Entscheidung, welche Schriften zur Bibel gehören und welche nicht, ist im Laufe der Geschichte auf den Synoden und Konzilien gefällt worden, die im Namen der gesamten Kirche verbindliche Entscheidungen treffen. Zu den bedeutenderen Kirchenversammlungen in diesem Zusammenhang gehören die Synoden von Rom (382), Hippo (393), Karthago (397) sowie die Konzilien von Nizäa (787), Florenz (1442–1445), Trient (1545–1563) und Vatikan (1870/1871 und 1960–1965).

 

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